Advent in India

Das ist das erste Weihnachten ohne Weihnachten.

Weil Weihnachten findet hier faktisch nicht statt. Also in Mumbai. Es fehlen wohl einfach schlichtweg die Christen. Ein paar Läden haben hemdsärmlich einen Christbaum in die Ecke gestellt. Das wars. Immerhin, die Uni macht frei. Am Samstag und Sonntag. Das Wetter unterstützt das Weihnachtsgefühl auch nicht wirklich. Es hat weiter zwischen 27 und 34 Grad tagsüber. Bisher hab ich keinen eizigen Tropfen Regen in Indien erlebt. Und auch nachts kühlt es nicht wirklich ab. Winter in Mumbai. Das ganze geht also einfach an einem vorbei. Und wenn ich keine Bilder von daheim bekommen würde und keinen Kalender hätte würde ich es wahrscheinlich einfach nicht merken. Aber bei den Bildern bekommt man schon ein bissl Heimweh. Und Lust auf gemütlich und wenig Menschen und besinnlich. Und sogar Schnee und kalte Berge. Alles Sachen, die Mumbai nicht wirklich kann.

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Aber genau wie bei uns geht hier eine Wintergrippe rum. Verrückt. Viele sind krank. Dabei ist das Wetter so gut. Mich hat es grad auch ganz gut erwischt. Das macht den Gedanken an gemütlich und entspannt nicht weniger attraktiv. Und auch mein Geburtstag hat sich komplett anders angefühlt als normal. Klar, weil im Ausland und mit vielen bekannten, aber nicht unbedingt eng befreundeten Menschen. Und ohne viele Freunde von daheim. Aber auch der Fakt, dass es viel zu warm war hat es nicht zu meinem Geburtstag gemacht. Keine Vorfreude auf Weihnachten. Keine auf den Geburtstag. Das Weggehen war trotzdem gut. Auch wenn nach 1 Uhr am Montag abend nix mehr auf hatte. Auch überraschend für eine Stadt wie Mumbai. Trotzdem hat der Gin Tonic so gut wie daheim geschmeckt. Vielleicht sogar besser, weil es so lang keinen gab?! Und es gibt lustige Geburtstagrituale. Kuchen ins Gesicht klatschen. Ich wurde zum Glück verschont. Und sich gegenseitig füttern. Das mag ich schon an den Indern. Sharing is caring.

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Prompt gabs aber vom Vermieter auf den Deckel. Zu laut. Und obacht: Frauen in der Wohnung! Wo kommen wir denn da hin? Sodom und Gommorha. Ich hab am nächsten Tag dafür 50 Tacken für den Hausweihnachtsbaum gespendet. Oder so ähnlich.

So langsam kristallisiert sich raus. Es gibt ein Indien zum lieben. Und eines zum hassen. Das Essen, die netten Menschen und die Farben sind zum Lieben. Aber es gibt zu viele vielleicht nette Menschen, das Leben an sich ist schon anstrengender und immer angeglotzt zu werden ist definitiv auf der hassen Seite. Ich vergesse: Autohupen. Schafft die Dinger bitte bitte ab.

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Morgen geht es also nach Goa. Ich erwarte nicht, dass das Weihnachtsgefühl wächst. Dafür freue ich mich auf Strand, Meer in dem man auch baden kann und hoffentlich weniger Menschen. Bis dahin wartet noch eine lange Zugfahrt in einem Schlafwagen auf uns. Zach freut sich. Dafür bekommen wir aber auch eine Beachhut direkt am Strand. Und gutes Essen. Weihnachten, aber halt ohne Weihnachtsfeeling. Dafür mit einem Ohrwurm der sich gewaschen hat. Bollywood grüßt: Love you Zindagi – Dear Zindagi (Zindagi = Life).

Zwei Weihnachtsgefühlmomente hatte ich trotzdem. Bild von einem Weihnachtsbaum aus der Heimat. Und, DANKE Zach, der erste Lebkuchen in diesem Jahr. So schmeckt daheim.Sooo gut!

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