Indiens Süden und seine neue Rechtschreibung

Wer hätte gedacht, dass vier Monate reichen, um Mumbai ein zu Hause werden zu lassen auf das man sich freut.

So schön also die Strände, das Sonnenaufgangswandern und das Essen waren: Es fühlt sich gut an wieder neben dem Highway zu schlafen. Und von Menschen im Local Train erdrückt zu werden. Und zu schwitzen, wenn man im Schatten sitzt. Irgendwie. Da unten im Süden ist es aber schon auch brutal warm. Mittags braucht man echt nix machen. Da kollabiert man einfach. Die Sonne hängt wie so ein Hammer über einem, der dann dreimal auf die Platte rasselt, wenn man 10 Minuten draußen ist.

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Im Folgenden ein paar Sachen die von drei Wochen reisen in Indien im Kopf hängen bleiben:

Dosas kann man immer essen! (Bild im Bilderbuch) Kann die bitte auch ein Inder in Deutschland anbieten. Danke. Bitte Kokosnuss-Chutney nicht vergessen. Eine Badewanne voll. Würd mich da dann gern reinlegen. Generell sollten im Deutschland mehr Kokosnüsse wachsen. Kann sich da wer drum kümmern? Außerdem sollten wir Beef mehr schätzen. Das schmeckt nämlich saugut, wenn man es länger mal nicht gegessen hat. Danke, dass alle Religionen irgendein anderes Viech heiligen und andere essen. Den Muslim interessiert die heilige Kuh auch in Indien wenig. Sehr sympatisch. Und danke auch an die Garnelen, die da auf unsern Tellern gelandet sind. Ihr habt hammer geschmeckt.

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Dann hatte ich ein kleines Deja-Vu (schreibt man das so?! Deja-Vú. Dejá-Vu. Däschawü halt) beim Bier kaufen. Hat sich verboten angefühlt. Wie Bier kaufen mit 14 (Mama und Papa lest: 21). Da geht man in einen Hinterhof. Und dann in eine Bar. Die ist so dunkel, dass man seine Hand kaum vor Augen sieht. Und unter schummrigen Lampen hocken echt fertige alte Männer. All eyes on you. Gefühlt verstummen alle Gespräche. Dann ordert und bezahlt man bei einem Mann hinter Gittern. Und haut so schnell es geht wieder ab. Wir haben es gewagt mit einem weißen Mädchen reinzugehen. Glaub ab jetzt wird das ein Feiertag in der Bar. Der Tag an dem die Weiße hier drin war. Amüsant zu beobachten.

Die Wäsche waschen heißt für viele hier nicht Maschine an und dann ab in den Trockner sondern Wäsche klopfen. Meint: Wäsche in den nächsten Tümpel, bissl Seife dran, zu einer Wurscht rollen und Vollgas auf einen Stein kloppen. Scheint sich bewährt zu haben die Methode. Einzig zweifelhaft: Das Wasser benutzen sie zum Geschirr spülen, baden, Zähne putzen und, ja, auch zur Notdurft.

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Dinge, die ich außerdem gelernt habe: Kartln und kaddln sind zwei verschiedene paar Schuh. Wenn man früh aufsteht hat man den ganzen Tag. Für einen Sonnenaufgang auf dem Berg lohnt es sich sowieso. Die Stadt Ernakulam klingt wie ein Zauberspruch bei Harry Potter. Frische Teeblätter schmecken wie andere Baumblätter auch. Nämlich nicht so gut. Vom Busfahren in Indien bekommt man nicht nur Angst und blaue Flecken sondern auch Muskelkater. Babyhunde in Indien sind genauso süß wie die in Deutschland. Jesusschlappen tragen einen sehr weit. Wenn man sie hin und wieder flicken lässt. Den großen Wagen sieht man auch in Indien. Man muss ihn allerdings etwas suchen. Schaut hinten unten. Mit großen Wellen spielen macht auch mit 26 noch sauviel Spaß. Kajaks sind eine wackelige Angelegenheit und kippen leicht um. Vor allem früh morgens, wenn man noch nicht richtig wach ist. Bananenspinnen und Schlafräume sind Dinge die nicht zusammenpassen. One brownie a day keeps the doctor away. Die Ansage: little sugar lässt offensichtlich Spielraum für Interpretation. Delphine machen ein Restaurant zum Delphinarium. Alle jubeln wenn er springt. Und nochmal. Und nochmal.

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Und schließlich habe ich endlich die neue englische Rechtschreibung verinnerlicht. Ich mag die Kreativität hinter den Ideen. Hier die wichtigsten Änderungen: Ein schneller Espresso wird logischerweise Expresso genannt. Nix neues und wusste man eigentlich davor ja auch schon. In einem Restaurent gibt es zum Frühstück Banana Portage. Wohin sie dann die Bananen auch immer bringen. Soll aber gut schmecken. Abends werden dings serviert. Eine Spezialität des Hauses: Beaf Curry. Neben dem Restaurent ein Shope der sich auf digetal Services spezialisiert hat. Außerdem hat er Klamotten für Ladis. Auf dem Fluss schwimmt derweil ein Boatt auf dem die Gäste Sandwitch essen. Die arme Hexe konnte sich nicht retten. Alternativ gibt es Sandwith. Mit was der Sand dann auf den Teller kommt wurde nicht genauer definiert.

 

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