Die Heimat der Yaks

Was wir im Rest des Landes in alten, klapprigen und rostigen Staatsbussen auf Holzbänken abgesessen haben, findet im Norden Indiens (da, wo die grossen Berge stehen) in Shared Jeeps statt. Man bucht einen der Plätze. wartet bis genug Leute da sind. Und los. Maximale Belegung 15 Menschen innen. Plus je nach Dringlichkeit 3-5 Aussen. Gepäck kommt aufs Dach. Wird gern auch nicht festgeschnallt. Der Zustand der Jeeps ist oft fraglich: Reifen. Türen. Bremsen.

20170415_133042Unsere Pannenbilanz: 7 Fahrten, 5 Pannen. Reifen werden eh dauernd gewechselt. Ist aber auch logisch beim Zustand der Strassen. Die bestehen meistens mehr aus Schlagloch denn aus Teer. Deutsche Forststrassen sind wohl besser ausgebaut. Und diese Schlaglöcher führen auf der einen Seite des Tals runter. Und drüben wieder hoch. Da dauern 20km gern mal 2 Stunden. Ist dafür aber wunderschön. Tiefe Täler. Wasserfälle. Sattes Grün. Immer wieder kleine Restaurants mit leckerem Essen. So muss reisen früher in den Alpen gewesen sein. Beschwerlich, aber auch schöner als der Brennertunnel.

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Unsere erste Jeepfahrt hat in Sachen Pannen gleich mal die Latte hochgelegt. Als wir zusammengequetscht losgefahren waren, hatten wir gerade alle Beine sortiert als wir Pause gemacht haben. Motorkühlung mit Gartenschlauch. Wir derweil: chai trinken. Alle ganz entspannt.  Nach 30 Minuten weiter. Für immerhin eine Stunde. Dann Meldung: Reifen platt. Also alle raus und Reifen wechseln. Wir derweil: zuschauen. In die Berge schauen. Angst haben. Denn: Der Ersatzreifen schaut fertig aus. Und das nicht nur nach europäischen Standards. Da war deutlich ein Loch drin. Und wer wundert sich da über ein lautes Reifenplatzen nach 10 weiteren Fahrminuten. Als dann alle Inder in vorbeifahrende Jeeps umsteigen, machen wir das auch. Auch wenn der Fahrer versichert in 5 minuten mit neuem Reifen zurück zu sein. Was du auf den Fahrten lernst: Fahrern blind zu vertrauen egal wie gschubst sie fahren! Und trotzdem zu schlafen.

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Der Norden ist super. Wunderschöne Natur. Weniger Menschen. Die eher aussehen wie Asiaten. Und die weniger starren. Und dafür mehr lächeln. So zumindest mein Eindruck. Vorherrschende Religion ist der Budshismus. Zumindest was man an Klöstern sieht. Genau wie beim Hinduismus fällt mir auf wie wenig ich weiss. Dass es auch bei denen verschiedene Gruppen gibt, die nicht zwangsweise an die gleichen Sachen glauben und die selben Dinge tun.

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Nach der langen Zeit in den indischen Plain Lands war vor allem eines umwerfend: Die Natur. Dazu die Ruhe. Die frische Luft. Regen. Nebel. Und sehr dünne Luft auf 4000m. Kein Handyempfang und nur Kartenspielen als Ablenkung. Oder mal ein Yak das vorbeimaschiert. Auf den Berg hat uns ein kleiner Hofstaat begleitet: Koch, guide, Pferdeflüsterer und zwei Helfer. Mehr Personal als Wanderer. Ohne darf man allerdings auch nicht hoch. Es gab wunderschön ruhige Bergseen die Wünsche erfüllen, bitterkalte Nächte im Daunenschlafsack, blendend helle Sonnenmorgen und ein Sternenhimnel wie du ihn sonst fast nirgends siehst.

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Und auch das Essen verändert sich total. Mehr chinesisch, sehr viel Tibetisch. Momos sind das Standardessen. Tibetische Maultaschen quasi. Und es gibt ein interessantes Umgehen mit Alkohol. Geh in einen Pub. Was will man da? Korrekt. Ein Bier. Gibts aber nicht. Probleme mit der Lizenz. Schnaps gibts auch nicht. Aber einen Whiskey Sour kannst du haben. Weils logisch ist. Also nimmst du halt einen!

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