Incredible India – eine Hassliebe

Wenn ich so durch meine Posts scrolle faellt mir ein Muster auf: Erst Anfangseuphorie, dann zeitweiliger Tiefpunkt und mittlerweile: mixed feelings. Ich fliege heim. Und freu mich. Und bin gespannt wie es da wird.

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An schlechten Tagen in Indien brutal. Wenn man unausgeschlafen aus dem Nachbus steigt und 17 Taxifahrer auf einen losstuermen. Der Satz “Whereareyougoing” in diesem indischen Englisch [Wehr ar you goooing], der dir alle 10 Meter entgegenfliegt. Und der zweite Rickscha-Fahrer, der 3 Sekunden nach dem letzen vorbeifaehrt und sich sicher ist, dass man die Meinung soeben geaendert hat und mit ihm fahren will. Wenn du muede bist, setzt dir auch die Hitze heftig zu. Vielmehr noch die Schwuele. Und der Kopf kann diesen Sturm an Eindruecken einfach nicht verarbeiten. Dann fallen einem auch besonders die Starrer auf. Die Starren. Und Starren. Und nicht wegschauen. Die Gerueche sind zu viel. Der Laerm. Und der Dreck.

An guten Tagen, ist das alles ein Gegenteil. Der Richscha-Fahrer macht auch nur seinen Job. Kann man ja ignorieren. Ueberall gibts was zu sehen. Die Leute schauen dich interessiert an und laecheln, wenn du sie anlaechelst. Pure Neugier. Ueberall riecht es. Wenn auch nicht immer gut. Und man fliegt durchs pulsierende Leben.

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Es ist eine Hassliebe. Und jeden Tag anders. Wer Essen liebt, muss nach Indien kommen. Denn es gibt in den verschienden Teilen so unterschiedliche Sachen. Gut: Reis gibts ueberall. Viel. Und auch wenn es ein Paradies fuer Vegetarier ist. Es ist ein noch groesseres fuer Non-Veg Esser. Indisches Sightseeing sollte der europaeische Weltenbummler nicht ueberschatzen. Es gibt einige beeindruckende Bauten. Das Taj Mahal. Der goldene Tempel in Amritsar. Aber der Durchschnitt ist nicht der Brueller.

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Wer nach Indien kommt sollte Menschen und Natur sehen wollen. Also verschiedene Landschaften. Nicht unbedingt Natur wie wir sie uns vorstellen. Der Nordosten ist ein Muss. Da ist es wunderschoen und ruhig und kuehl. Aber auch Kerala ist auf seine Strandart hammer. Staedte sehen irgendwann alle gleich aus. Und kleine Staedte noch viel mehr.

Ich wurde gefragt, was ich aendern wuerde, wenn ich koennte. Und neben den ganzen grossen Themen, die aussichtslos erscheinen, finde ich erschreckend wie hier mit dem Thema Muell umgegangen wird. Vor klein auf lernt man, Muell in die Steppe zu werfen. Fallen zu lassen, wo man geht und steht. Und klar gibt es diese inoffizielle Muellsammelsystem, von dem ein Teil der Aermsten lebt. Aber wer hier war und den Muell gesehen hat, kann mir nicht erzaehlen, es wuerde funktionieren. Es fehlt einfach komplett ein Bewusstsein dafuer, was Muell macht.

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Und ich hab mich auch gefragt: Gibt es DEN Inder? Wenn es ihn gibt, ist er super neugierig und hat keine Scheu jemanden anzusprechen. Egal ob Landsmann oder Fremden. Er spricht generell sehr schlechtes Englisch. Und ist trotzdem der Erste der dir hilft. Auch wenn es dir nix hilft. Man spuert oft eine extrem grosse Offenheit und die Bereitschaft, zu geben. Und trotzdem ist des Inders Hauptproblem: Wie verdien ich mein Geld? Der Inder wackelt mit dem Kopf. Und zwar in allen Schichten und Gegenden. Und er starrt sehr gerne und ohne Scheu. Starren gilt hier wohl nicht als unhoeflich. Und Zurueckstarren ist eine Einladung weiterzumachen. Wer kennst das Spiel: Wer lacht zuerst . So schaut das dann aus! Und vor allem: Der Inder ist begeisterungsfaehig. Wer 60.000 Inder bei Coldplay gesehen hat kann nur staunen. Jeder Song wird nach den ersten Toenen gefeiert, in Ekstase. Ein kleiner Strassenunfall artet schnell zu einer Massendiskussion aus. Und am Schluss teil man eine Flasche Wasser und alles ist gut. Wenn irgendwo drei Leute stehen und es scheint da was zu geben, stellt der Inder sich immer dazu. Der Inder hat eine andere Beziehung zu Naehe. Wahrscheinlich einfach bedingt dadurch, dass immer ueberall wer ist.

Und vor allem scheint der Inder eine kreative Ader bezueglich englischer Rechtschreibung zu haben. Hier ein kurze Fortsetzung der List: Wer also gerne von A nach B will und den Bus verpasst hat, der nimmt doch einfach ein Texi. Das ist immer availablel. Doch Vorsicht: Hier ist only cash accepeted. Kommt man dann in B an, hat man gemeinhin Hunger. Gut, dass ein Touristenlokal Shinitzel auf der Karte hat. Ein anderes Schitchel. Man hat also eine breite Auswahl. Und dazu gibt es natuerlich Naan (Brot) ohne Butter, das normalerweile als plain naan feilgeboten wird. Findige Koeche bringen das irgendwie mit dem Luftverkehr zusammen und schon gibt es plane naan. Koente schmecken. Und hat man sich dann den Bauch mit…Flugzeugnaan… vollgeschlagen, goennt man sich doch ein schoenes Zimmer. Wer nicht zum Pieseln auf den Gang will, hat gerne ein Bad im Zimmer. Gut, dass es viele Hotels gibt die einen attacth bathroom bieten.

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Mit diesem Grinsen auf dem Gesicht, kehre ich dieser Hassliebe, Incredible India, den Ruecken zu. Du bist wirklich unglaublich, Indien. In so vielen verschiedenen Arten, unglaublich. Gerade freue ich mich unglaublich auf daheim. Aber ich bin mir sicher, irgendwann wird du mir fehlen.

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